Sparen wie noch nie mit Erneuerbaren Energien
Datum: 31.10.2009 16:33 Uhr
Das optimale, grundsätzlich
standardisierte Heizungssystem mit Erneuerbaren Energien - sozusagen
"von der Stange" - gibt es nicht. Bei der Entscheidung für oder gegen
eine Heiztechnik sind vier Punkte ausschlaggebend: Die energetischen
Vorgaben durch das Haus, die bestehende Heizungstechnik, die Wohnregion
sowie die zur Verfügung stehenden Energieträger. Oftmals steht der
Hausbesitzer vor der Frage, ob zuerst in die Wärmedämmung oder doch
besser in die Heizungsanlage investiert werden sollte. Die
Heizungsmodernisierung weist allerdings das bessere
Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Heizungsmodernisierungen werden vom Staat
durch Fördermittel bezuschusst. "Eine zwingende
Reihenfolge zur Modernisierung gibt es nicht", sagt Horst Eisenbeis,
Geschäftsführer der Vereinigung der deutschen
Zentralheizungswirtschaft. "Jedoch sollte bei einer Dämmung auch die
Heizung an die neuen Gegebenheiten angepasst werden, zum Beispiel durch
einen Hydraulischen Abgleich." Um die individuell erforderlichen
Konzeptlösungen zu erhalten, sollten Modernisierungen oder eine neue
Heizungsanlage deshalb immer vom SHK-Fachhandwerker geplant werden.
Dabei kann im Vorfeld z. B. der standardisierte Heizungs-Check nach DIN
EN 15378 sehr hilfreich sein.
Mehr Energieeffizienz durch Kopplung
mit Solarthermie Hausbesitzer, die eine der folgenden modernen
Heizungstechniken zusätzlich mit einer Solaranlage auf dem Dach
koppeln, nutzen die Chance zu noch mehr Energieeffizienz. Denn hilft
die Sonne bei der Warmwasserbereitung, kann dies bis zu 60 Prozent der
bisher benötigten Öl- oder Gasmenge für die Warmwasserbereitung
einsparen. Kombi-Solaranlagen, die neben der Warmwasserbereitung auch
die Heizung unterstützen, können den Energieverbrauch für Wasser und
Heizung senken. Auch im Altbau empfiehlt sich beim Einsetzen einer
neuen Heizung gleichzeitig eine Solaranlage mit zu installieren.
Brennwerttechnik
Heizungskessel mit Brennwerttechnik
haben sich seit einigen Jahren bewährt. Sie sind zuverlässig mit einem
hohen Wirkungsgrad ausgestattet und relativ unproblematisch in Betrieb
und Wartung. Optional lassen sich heute bereits kleinere Mengen an
Biogas bzw. Bioöl zumischen. Wer hohe Beimischungen von Bioöl wünscht,
sollte allerdings unbedingt auf Herstellerangaben achten. In
Kombination mit Solarthermie ist die Brennwerttechnik auch für die
Umwelt ein echtes Plus und wird als solches auch mit Fördergeldern
unterstützt.
Wärmepumpe
Mit Strom betriebene Wärmepumpen
nutzen die Umweltwärme aus Luft, Boden oder Wasser für die Heizung oder
die Warmwasserbereitung. Sie reduzieren die Energiekosten, sind
wartungsarm und schonen die Umwelt. Voraussetzung ist eine optimale
Abstimmung des Heizungssystems auf das Gebäude. Verbraucher sollten
deshalb auf die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe achten. Dies ist eine
Kenngröße, die für die Anlage des jeweiligen Hauses berechnet werden
muss und das Verhältnis zwischen Nutzwärme und benötigtem Strom
beschreibt. Anzustreben sind Jahresarbeitszahlen von höher als 3,3 für
die Luft-Wasser-Wärmepumpe und mehr als 3,8 für die
Sole-Wasser-Wärmepumpe. Für die Altbaumodernisierung empfiehlt sich vor
allem die Luft-Wasser-Wärmepumpe, da für sie keine Sondenbohrungen
notwendig sind.
Biomassekessel
Der Betreiber einer solchen
Heizungsanlage heizt umweltschonend mit heimischem Brennstoff und
unabhängig von fossilen Energieträgern. Die freiwerdende Menge an
Kohlendioxid (CO2) entspricht nahezu der natürlichen Verrottung.
Pelletheizungen arbeiten automatisch und dosieren die Wärmeabgabe wie
ein herkömmlicher Kessel. Sie werden deshalb vom Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) besonders gefördert. Zusätzlich
können Pellets in der Regel zu vergleichsweise günstigen Preisen
erworben werden. Aufwändiger ist bei dieser Heiztechnik allerdings die
Wartung und Instandhaltung, zum Beispiel durch die monatliche
Ascheentsorgung. Auch die Abgaswerte einer Biomasseanlage sind in der
Regel höher als bei fossiler Verbrennung.
Modernisierungsbeispiele aus der Praxis
Wer sich nach Abwägung seiner
persönlichen Wünsche und der Gebäudesituation das für ihn richtige
Technikpaket mit Erneuerbaren Energien auswählt, nutzt langfristig
seine Chance für Wertsteigerung, mehr Wohnkomfort und umweltschonende
Energieeffizienz.
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