Ostdeutschland bei energetischer Sanierung vorn
Datum: 11.09.2009 19:08 Uhr
Im Osten und im Süden Deutschlands verbrauchen die Wohnhäuser weniger
Energie als im Westen und im Norden. Zu diesem Ergebnis kommt der erste
ista-IWH-Energieeffizienzindex. Der Index wird in Kooperation mit dem
Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und ista, dem weltweit
führenden Unternehmen für die Erfassung von Energie, Wasser und
Hausnebenkosten, ermittelt. Die Regionen mit dem höchsten
Energieverbrauch sind demnach in Schleswig-Holstein, in Teilen
Niedersachsens sowie im Ruhrgebiet zu finden, ergab die Auswertung der
Daten.
Der ista-IWH-Energieeffizienzindex zeigt große Unterschiede zwischen
den Regionen: Die neuen Bundesländer mit Ausnahme von Berlin weisen,
gemessen am Bundesdurchschnitt, einen deutlich geringeren Bedarf an
Heizenergie auf. Durchschnittlich werden in den ostdeutschen
Bundesländern rund 126 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
benötigt. Deutschlandweit liegt der Wert bei 138 Kilowattstunden. Der
Grund für die niedrigen Werte liegt vor allem in den umfassenden
Sanierungen und Neubauten ab 1990 in Ostdeutschland.
Nord-Süd-Gefälle im Westen
In den alten Bundesländern ergibt sich dagegen ein klares
Nord-Süd-Gefälle. Das hat mehrere Ursachen: So ist beispielsweise der
Bestand an Alt- und Nachkriegsbauten mit ihren höheren
Energieverbräuchen im Norden und Westen Deutschlands höher als im
Süden. Neben dem Baujahr beeinflussen Faktoren wie Leerstandsquoten
oder Fluktuationsraten die regionalen Unterschiede. Ein weiteres
Ergebnis der Studie: Wohnungsbesitzer investieren offenbar mehr Geld in
die energetische Gebäudesanierung als Vermieter. Als Grundlage dienten
die Abrechnungsdaten (Abrechnungsperiode 2007) von 257.000
Mehrfamilienhäusern beziehungsweise 2,6 Millionen Wohnungen. Die
kompletten Ergebnisse der Studie werden im September vom IWH
veröffentlicht.
„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, unsere Daten der Wissenschaft
zur Verfügung zu stellen. Die Auswertungen der Studie zeigen exakt, wo
in Deutschland noch Nachholbedarf bei der Energieeffizienz in
Wohngebäuden herrscht“, erklärt Peter Ruwe, Vertriebsgeschäftsführer
(CSO) bei ista Deutschland.
Gemeinsamer Leerstandsindex in Vorbereitung
„Der Energieeffizienzindex liefert der stadtökonomischen Forschung
wichtige Daten über den energetischen Zustand von Städten und
Quartieren. Auf dieser Basis können auch wesentliche Beiträge für
unsere gerade anlaufenden Forschungsarbeiten zur ‚Ökonomie der
energieeffizienten Stadt‘ geleistet werden“, so Professor Martin T.W.
Rosenfeld, Leiter der Abteilung Stadtökonomik am IWH.
Neben dem Energieverbrauchsindex bereiten ista und das IWH auch eine
deutschlandweite Ermittlung des Leerstandes im Bereich der
Wohnimmobilien vor. Der „ista-IWH-Leerstandsindex“ soll künftig
ebenfalls einmal jährlich veröffentlicht werden.
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