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    Bauen nach der Sonne


    Datum: 10.07.2007 22:02 Uhr


    Solares BauenDie Sonne sendet im Jahr auf jeden Quadratmeter Erde ein Vielfaches der Energie herab, die nötig ist, um diese Fläche als Wohnraum zu beheizen. Solarorientierte Planer und Architekten richten deshalb ihre Gebäude so aus, dass sie möglichst viel von dieser Energie nutzen. Der Solarboulevard stellt zwei unterschiedliche Konzepte für das Bauen mit der Sonne vor.

    Zwei Planer, zwei Konzepte für den Solarbau. Der eine, Klaus Michael, Diplom-Politologe aus Detmold, hat 1991 das Niedrig- Energie-Institut gegründet und berechnet gemeinsam mit zwei Ingenieurinnen Niedrigenergie- und Passivhäuser. Der andere heißt Georg Dasch, ist Architekt in Straubing, und hat in seinem Heimatort das Sonnenhaus-Institut ins Leben gerufen. Er plant und realisiert mit zwei Ingenieuren Energie sparende, solar beheizte „Sonnenhäuser“.

    Ein Sonnenhaus ist für Dasch ein Gebäude, das zu mindestens 50 Prozent solar beheizt wird. Für ihn ist das Maß aller Dinge, dass das Haus möglichst wenig fossile Primärenergie – aus Kohle, Erdöl oder Erdgas – verbraucht. Das gilt für die Heizung wie für das Warmwasser. Für Klaus Michael dagegen ist der Passivhausstandard zentral, der einen maximalen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche vorsieht. „Für den Wärmebedarf beim Warmwasser gibt es beim Passivhaus keine Vorgaben“, sagt Michael. Wie viel die Bewohner später duschen oder spülen, lasse sich nicht vorab berechnen.

    In vielen Dingen herrscht Einigkeit zwischen Sonnenhaus- und Passivhausbauer. Die unterschiedlichen Kriterien aber führen zu verschiedenen Lösungen bei wichtigen Details des solaren Bauens – bei Fragen wie Dämmung, Heizung, Lüftung und der Wahl des Baumaterials.

    Südausrichtung

    Beide Planer empfehlen eine konsequente Südausrichtung des Hauses, um möglichst große solare Gewinne zu erzielen. Beim Sonnenhaus gilt dies als wichtige Voraussetzung (neben einer gründlichen Dämmung) dafür, dass die Solarwärmeanlage auf dem Dach optimal arbeiten kann, die einen möglichst großen Anteil an der Heizung einnimmt.

    Solar Bau Für den Passivhausbauer Michael ist dagegen das Motiv möglichst großer passiver solarer Wärmegewinne entscheidend. Die kommen vor allem über große Südfenster ins Haus, gleichzeitig helfen kleine Nordfenster, Energie zu sparen. Dasch und Michael sind sich auch einig, dass die reine Südausrichtung kein Dogma ist. „Energie sparendes Bauen und Sanieren ist auch da noch möglich, wo die Gebäude aus der Süd-Ausrichtung herausgedreht sind, nur eben etwas aufwändiger“, sagt Michael.

    Fensterflächen

    Vor allem im Winter, wenn Wärme benötigt wird, muss die Sonne ins Haus scheinen können. Die direkte Nutzung beginnt bei den Fenstern, erläutert Dasch. Sonnenlicht durchdringt die Glasscheiben und trifft auf die Innenflächen des Gebäudes, wo es in Wärme umgewandelt wird. Glas hat die günstige Eigenschaft, das sichtbare Licht passieren zu lassen und Wärmestrahlung zurückzuhalten – die Wärme bleibt im Innern. Hoch dämmende Fenster verstärken den Effekt. „Doch die Fenstergröße muss zur Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes passen“, so Dasch. „Sonst wird die Raumluft zu stark aufgeheizt, und viel Wärme geht beim Lüften verloren.“ Wenn größere Fensterfronten gewünscht sind, können Dachüberstände oder Sonnensegel vor zu viel Lichteinfall schützen. Für Dasch ist es letztlich unbedeutend, ob man 20 oder 40 Prozent der Südfassade mit Fenstern ausstattet – wenn nur eine genügend große Solarwärmeanlage da ist.

    „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass mit der Sonne bauen möglichst große Fensterflächen bedeutet“, erklärt Klaus Michael. Die Fenstergröße hängt für ihn vor allem von der Architektur ab. „Ich muss fragen, in welchem Raum und aus welcher Position wie viel Hinaussehen erwünscht ist und wie viel Hineinsehen ich zulassen kann.“ Von großen Nordverglasungen rät er ab. Nach Süden hin stattet er maximal 40 Prozent einer Fassade mit Fenstern aus. Zurückhaltung spart hier Energie, denn große Fensterflächen bedeuten selbst mit Super-Energiesparfenstern Wärmeverluste in der Nacht, wobei Fenster mit möglichst wenig Rahmenanteil günstiger sind als kleinteilige, mehrflügelige Varianten.

    Dämmung

    Für die Dämmung gibt es beim Passivhaus feste Vorgaben. Ein Heizwärmeverbrauch von 15 kWh je Quadratmeter lässt sich nur mit sehr dicker Dämmung erreichen. Als Faustregel gelten Michael zufolge, dass zu Erde und Keller etwa 20 Zentimeter Dämmschicht nötig sind, in der Außenwand 30 und im Dach 40 Zentimeter Dämmung. Als Material empfiehlt er Mineralwolle, Zellulose oder Styropor (wo auch Schallschutz erreicht werden muss, jedoch nur weiches). Bei Holzständerbauweise rät er zur Zellulose-Dämmung, weil Zimmerleute sie schon bei der Herstellung der Wände rasch einblasen können. Mineralwolle sei nicht brennbar und isoliere besser gegen den Schall als Styropor, halte aber die Sommerhitze schlechter ab als Zellulose.

    Damit die Fenster genügend Wärme zurückhalten, verlangt der Passivhaus- Standard U-Werte – eine Maßeinheit, die die Wärmeleitfähigkeit eines Bauteils beziffert – von 0,8 Watt je Meter Kelvin, was durch Dreifachglas und wärmegedämmte Rahmen aus Holz oder Kunststoff zu erreichen sei. Zum Vergleich: Standard-Isolierglas hat einen U-Wert von zirka 1,1 und ein durchschnittlicher 68-Milimeter- Holzrahmen einen von 1,5.

    Im Sonnenhaus könne sparsamer gedämmt werden, so Georg Dasch. Zwar liege der Heizwärmebedarf eines Sonnenhauses bei einem Verzicht auf eine Lüftungsanlage bei 30 Kilowattstunden je qm und Jahr – und damit rein rechnerisch doppelt so hoch wie beim Passivhaus –, doch werde diese Energie mit der Sonne gewonnen. Dadurch verbrauche das Haus deutlich weniger fossile oder atomare Energie als ein Passivhaus.

    Heizung und Warmwasser

    In einem Passivhaus wird die benötigte Rest-Heizenergie über eine Belüftungsanlage im Haus verteilt. Die Frischluft strömt mit 18 bis 50 Grad Celsius in die Wohnräume. In Küche und Bad wird sie wieder abgesogen.

    verfügbar in: Solarthermie Photovoltaik solares Bauen DruckversionPermalink

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